Motto: 777 Jahre olé, in Wriezen herrscht der WCC!

Kampagne 1987/88

1988
1986

Ob Urlaub, Sonne, Regen, Schnee, richtig schön ist`s nur beim WCC

Wir haben uns durchgesetzt - Der Klub hatte sich durchgesetzt und dies nicht nur bei seinen Mitgliedern und Fans, sondern auch bei den grauen Eminenzen der Politik. Der eingeschlagene Weg einen eigenen Wriezener Karneval zu gestalten, der sich immer an den eigenen Möglichkeiten orientierte, war richtig gewesen.

Wie groß der Zuspruch des WCC bei der Wriezener Bevölkerung war, konnte jeder am 11.11. bei der Machtübernahme vor dem Rathaus sehen. So viele Bürger wie der WCC konnte kein anderer freiwillig auf die Straße locken. Erst recht nicht bei so einem miesen Wetter wie wir es in diesem Jahr hatten. Die Stadt hatte ihren WCC ins Herz geschlossen. Zum ärger so mancher Betriebsleiter, die am 11. 11. ab 11. 11 Uhr auf Teile ihrer Belegschaft verzichten mussten. Während sie zum 1. Mai und zum 7. Oktober Werktätige zur Vorbereitung der offiziellen Feierlichkeiten freistellten, stellten sich zum 11.11. dieselben Werktätigen selber frei. Das eine, wie das andere war eben nur im Sozialismus möglich.

Die Tatsache, dass der WCC so viele Menschen in Wriezen mobilisieren konnte, war sicher auch den Aufpassern im Staate nicht entgangen.
Diese Gewissheit machte, die selbst gewählte Aufgabe, den Karneval in der Stadt weiter am Leben zu erhalten, nicht leichter. Denn spätestens nach diesem Massenauflauf war klar, das zu falsche Töne aus den Lautsprechern des WCC, die Staatsmacht mobilisieren konnten. Der Grat zwischen erfolgreichem Volkskunstkollektiv und Staatsfeind war nicht sehr breit.

Trotzdem machten wir unbeirrt weiter, mit scharfem Witz, tollen Tänzen und fröhlichen Gesängen. Erinnern sie sich noch an die Büttenrede von Harry Paulinski " Det ist der Fortschritt" und an den gespielten Bänkelgesang unserer Nonnen um "Rita", an die "Samba" und an "In The Mood" mit dem Damenballett und an "Guten Morgen, liebe Sorgen" frei nach Jürgen von der Lippe. Ich denke ja, denn sie waren lange Stadtgespräch in Wriezen.

Übrigens gab es am 11.11. eine Aktion des Wriezener Carnevals-Club, durch die er damals auch ein wenig Stadtgeschichte geschrieben hat. Der WCC legte den symbolischen Grundstein für die schon längst überfällige Einkaufshalle, die dann ja auch tatsächlich gebaut wurde, und in der sich heute neben dem EDEKA-Markt (in 2020) auch der beliebte Senoirentreff befindet. Wir stoßen halt nicht nur Steine an, wir bringen sie zuweilen auch an der richtigen Stelle in die Wriezener Erde.

Ein Pferd auf der Freilichtbühne
"Da steht ein Pferd auf'n Flur" und zwar ein echtes mitten auf der Freilichtbühne!.

Kann man mit einem Karnevalsprogramm im Sommer die Wriezener Freilichtbühne füllen? Wir waren mutig und selbstbewusst geworden und gingen die Aufgabe einfach an. Im Rahmen der Festwoche zum 650. Geburtstag der Stadt Wriezen gestalteten wir ein Abendprogramm. Man hatte das Gefühl, das sich halb Wriezen auf den Weg zur Freilichbühne gemacht hatte. Das Areal war am Abend des 26.6.1987 picke packe voll, rund 1500 erwartungsvolle Menschen füllten die Arena. Dr. Rolf Franke bemerkte in seiner Chronik: „Und die Freilichbühne tobte. Etwas Derartiges hatte man in Wriezen noch nicht gesehen. Ein echtes Pferd marschierte über die Bühne, die Funkengarde brillierte mit Exaktheit, das Männer- und Damenballett rissen die Zuschauer zu wahren Beifallsstürmen hin und die Helau-Rufe hallten durch die Nacht bis fast an die Stadtgrenzen heran. Wenn auch Mancher seine wohlverdiente Nachtruhe verschieben mußte, erfuhren wir in den nächsten Tagen einhelligen Beifall und immer hieß es: Weitermachen Helau!"

Mehr Informationen gibt es in der wunderbaren handgeschriebenen Chronik (1985 bis Feb. 1989) von Dr. Rolf Franke.

Link zum Faksimile des Programms auf der Freilichtbühne im Juni 1987 (PDF)

Link zum Faksimile des Programms vom November 1987 (PDF)

Link zum Faksimile des Programms vom Februar 1988 (PDF)

 

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