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Kampagne 2004/05

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Mit Jux & Sekt & Tollerei vom Oderbruch bis nach Hawaii!

Turbulenzen und 10 Jahre Rosenmontag des WCC

Ein schönes Jubiläum, dass uns vor große Herausforderungen stellte, denn befreundete Carnevalsvereine sollten die Möglichkeit eines Auftritts erhalten. In dieser Größenordnung hat das noch kein Club in der Region auf die Bühne gebracht. Dazu kam der nicht vorgesehene kurzfristige Umzug in die Turnhalle der Allende-Schule, der mit vielen neuen Herausforderungen verbunden war. So waren z.B. die Stromversorgung in der Halle nicht gesichert und es musste eine Bühne und jede Menge Technik her. Die Stadt, die Schule, ortsansässige Firmen und Freunde unterstützten uns und letztlich wurden für alle Probleme Lösungen gefunden. Vieles blieb natürlich an uns hängen und „nebenbei“ stellten wir auch noch ein eigenes Programm zusammen.

Im November herrschte allerdings Stille. Wir durften nicht in „unsere“ Stadthalle, in die Halle, für die wir und besonders Dr. Rolf Franke viele Jahre unermüdlich gekämpft hatten und die es ohne unser Engagement wahrscheinlich so nie gegeben hätte. Es gab Querelen, die wir nicht zu verantworten hatten. Die Folge, wir hatten plötzlich keine Spielstätte mehr. Wir holten uns zwar den Stadtschlüssel, der "Rest" musste ausfallen. Für den Februar wurde uns eine (Übergangs)lösung in Aussicht gestellt. Das war es dann aber auch. Aber der Bürgermeister hielt Wort und wir konnten im Februar zunächst in die Turnhalle der Allende-Schule einziehen.

Das Programm war solide. Ein paar Schwächen im ersten Teil des Programms überspielte die Moderation gekonnt. Im zweiten Teil jagte ein Höhepunkt den anderen. Das Publikum war in bester Feierlaune.

Die Tanzgarden überzeugten mit ihren Garde- und Showtänzen, wie dem Vampirtanz der Fünkchen, dem schwungvollem Can Can der Funkengarde und dem 60er-Jahre-Medley der Funken und Funkengarde.

Der Salsa von Männer- und Damenballett brachte karibisches Flair in die Halle. Ein ganz besonderer Kracher war das „Traumschiff Surprice“ in Anlehnung an der Erfolgsfilm. Die Hitparade der Männer räumte u.a. mit den Rubettes ebenfalls mächtig ab.

Was für uns sehr schön war, die Publikumsresonanz war sehr positiv. Nachdem in den letzten Jahren die Zuschauerzahlen nicht immer befriedigend waren, war der Umzug in die Turnhalle unter diesem Aspekt ein voller Erfolg. Die zentrale Lage der Spielstätte hat dazu sicher beigetragen, war aber sicher nicht der einzige Grund.

Das Highlight war für uns unser 10. Rosenmontag. Zehn Vereine aus der Region brachten ihre Highlights der Saison auf die Bühne. Das hatte es so noch nie gegeben. Thomas Nestroy kehrte noch einmal zurück und führte als Berta Besenbrenner überragend durch das tolle Programm. Selbst die MOZ, die uns nicht immer wohl gesonnen war, titelte „Mein Bauch war eine einzige Lachfalte“. Mehr braucht man nicht zu sagen. Ein Höhepunkt jagte den anderen. Die Sketche waren toll, die Tänze waren toll, die Moderation war sensationell und das Publikum feierte frenetisch vom Anfang bis zum Ende. Wer dabei war, wird sich sehr lange an diese schöne Veranstaltung erinnern.

Dann gab es einen großen Knall im Gebälk des WCC, der Präsident schmiss plötzlich und unerwartet hin. Vermeintlich kleine Konflikte waren offensichtlich größer, als von vielen erwartet. Das Fass war wohl übergelaufen. Trotzdem gilt Jürgen Reichelt unser Dank, der in den Anfangsjahren in den Club kam und als „Wriezener Feger“, in der „Elfi-Band“ und natürlich als 2. Präsident des WCC für viele schöne Momente in den ersten 20 Jahren des Wriezener Carnevals-Clubs mitverantwortlich war.

Das Jahr hatte es in sich. Erst der November ohne Spielstätte und Auftritte, dann der Umzug in die Turnhalle und die Megaveranstaltung zum Rosenmontag und jetzt musste auch noch ein neuer Präsident her. Dr. Lothar Wesolek stellte sich zur Verfügung und wird auch in der nächsten Saison das wichtige Amt bekleiden.

Ehrlich, so viele Höhen und Tiefen braucht keiner. Wir wollen nur ein wenig Carneval machen und den Leuten ein wenig Freude bringen und auch selbst ein bisschen Spaß haben. Warum werden uns immer wieder riesige Klötze an die Beine gebunden? - Der nächste Ärger steht uns schon bevor, denn der Einzug in die Turnhalle war eine einmalige Notlösung. Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht.

 

MOZ-Artikel 09. Feb. 2005
Mein Bauch war eine einzige Lachfalte
Karnevalisten aus Wriezen und Umgebung amüsierten sich bis kurz vor Mitternacht trotz beengter Verhältnisse.
von KATRIN LECHLER
Wriezen. Eng aber gemütlich war es in der Wriezener Sporthalle, die an Stelle der Stadthalle kurzfristig zum Ort des närrischen Treibens auserkoren worden war. Und - oh Wunder - vielen Karnevalisten gefiel es sogar besser in den neuen Räumlichkeiten. Nur die Neuhardenberger Truppe machte beleidigt auf den Hacken kehrt, als klar wurde, dass sie nur von provisorischen Sitzen aus das Bühnengeschehen verfolgen könne.
Doch das steckten die Wriezener locker weg, ebenso wie kleinere technische Probleme. Als zum Auftritt der Neuenhagener gemischten Garde falsche Musik erklang, schwebte Moderatorin Berta Besenbrenner, alias Thomas Nestroi, auf die Bühne und fragte zuckersüß, ob die Truppe denn nicht auch selbst singen könne. Um sich gleich darauf zu entrüsten: "Und so etwas wird Landessieger."
Apropos Berta: Die zauberhafte Blondine mit dem allzu grazilem Schuhwerk war eine kabarettistische Konstante des Abends, an die nur wenige Nummern heranreichten. Sehr charmant wies sie den Präsidenten der Neuenhagener zurecht, der ihr den Schlachtruf seines Klubs ins Ohr trompetete, forderte Reaktionen aus dem Publikum ein ("Reden Sie mit mir, ich bin nicht überall blond") und ließ auch mal etwas Autorität blitzen "Auch wenn's nicht so aussieht, hier habe ich die Hosen an." Jeder bekam von der herben Schönheit sein Fett weg - sei es Bürgermeister Uwe Siebert, die Freienwalder (worauf die drei Verrückten ihren Lattenzaun-Sketch prompt in einen Wriezener Garten verlegten) oder die philosophierenden Putzfeen Imi und Ata. Die Frauenpower aus Letschin setzte sich aber flugs mit schnippischen Kommentaren zur Wehr und schaffte es, Berta für einen Augenblick die Sprache zu verschlagen.
Nicht nur bei den Letschinerinnen war Falten und Fett das Thema Nummer eins. Die IchAG-ler aus Falkenberg machten Hoffnung, dass der gute alte Kaufmann mit der Klingel wieder Einkehr im Dorf hält. Wenn sich auch einige noch an seine Waren und Dienstleistungen gewöhnen müssen: Tattoos, Brustvergrößerungen, Fettabsaugen, Penisverlängerungen - die ersten Kunden auch aus den Karnevalsvereinen konnten es gar nicht abwarten, sich unter das ungeübte Messer zu legen.
Sehr viel politischer, aber genauso pointiert äußerte sich Hagen Weidling aus Bad Freienwalde mit seiner Dschungel-Litanei. Kollege Wesolek griff in der Kommunalpolitik den Karnevals-Evergreen Frank Ehling auf und bewies, dass sich ein Motiv nicht nur abnutzen, sondern auch reifen kann (Der Papst möchte ja so gerne sich zur Ruhe setzen, aber er hat solche Angst, dass sich Ehling bewirbt.).
Ach und die vielen schönen Beine und Hüte und Röckchen! Die Rosenmontags-Karnevalisten zeigten mit viel guter Laune, was sie in ihrer Freizeit fähig sind, auf die Beine zu stellen. Dass dieses Können auch außerhalb des Oderbruchs beeindruckt, bewiesen die Auftritte der kürzlich gekürten Landesmeister und Vizelandesmeister aus Neuenhagen.
Auffällig auch, dass die Männer nicht, wie sonst beim Tanz üblich, den Frauen das Feld überlassen. Dass damit nicht nur die gemischte Garde gemeint ist, merkte nicht nur Berta Besenbrenner.
Ob es einen Zusammenhang mit der höheren Lebenserwartung bei Frauen gibt? Laut Berta Besenbrenner lebt das schöne Geschlecht nämlich nur deshalb fünf Jahre länger, weil der liebe Gott ihnen die Zeit anrechnet, die sie fürs Einparken brauchen.
 
Nachtrag zum MOZ-Artikel von B. Möbis: Es war einfach toll. Eine Spitzenleistung jagte die andere, egal ob gerade Gardetänze, Klamauk, Sketche oder Showtänze auf dem Programmplan standen. Alles wurde gekonnt von Thomas Nestroi (alias Berta Besenbrenner) moderiert. Leider fehlten die Gäste aus Neuhardenberg, die kurzentschlossen wieder abreisten. Ich habe dafür nur Unverständnis. Zugegeben, es gab Probleme, denn eine Veranstaltung dieses Ausmaßes hatten wir noch nie ausgerichtet und dann der kurzfristige Umzug in die Turnhalle. Die Bedingungen konnten nicht durchgängig optimal sein. Auch wir hatten schon Gastauftritte unter schwierigen Bedingungen...   Aber deshalb gleich unverrichteter Dinge abreisen? - Undenkbar!
Deshalb dreifacher Dank den Vereinen und Formationen, die diesen Abend zu einem vollen Erfolg werden ließen. - Danke! Danke! Danke!
Und ein donnerndes aber herzliches "Wriezen - Helau!"

 

Der Elferrat

Harald Langhof  
Fritz Saslona  
Burghardt Falkenhagen  
Reinhard Klatte  
Burkhard Möbis  
Karlheinz Schröder  
Rainer Holz  
Bernd Höhne  
Günter Kettner  
Dr. Lothar Wesolek  
Jürgen Reichelt Präsident

 

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