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Kampagne 1996/97

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Wriezen wird 750 Jahr, Narren war'n schon immer da!!!

Vor 10 Jahren feierten wir das 650. Stadtjubiläum, 10 Jahre später gibt es die Stadt schon 750 Jahre. Wenn das so weiter geht, wird man die Bibel umschreiben müssen, denn Gott erschuf Wriezen vor Adam und Eva. - Wir sind nicht für die Geschichtszählung verantwortlich - aber feiern die Feste wie sie kommen! Also auf zur 750-Jahr-Feier.

Schon zum Auftakt ging es hoch her. Die MOZ schrieb am 12.11.1996:

Auf dem Wriezener "Kaiser-Wilhelm-Boulevard" (Büttenredner Fritz Petersdorf) wurden einige hundert Närrinnen und Narrhallesen mit einer Lachblütentherapie von der Trübsalitis befreit. Dafür sorgte in erster Linie das Ortungsamt des WCC. Just um 11.11 Uhr entdeckxen die fleißigen Fastnachtler auf der "Uwe-Siebert-Gedenkmeile" (Präsident Dr. Rolf Franke) den rasenden Btirgermeister. Ohne Fleppen in der Fußgängerzone in einem Rennwagen - das durfte nicht ungesühnt bleiben. Einen Teil des 250-Mark-Strafbescheides hat der Möchtegern-Schumacher sofort entrichtet - in einem frischgeprägten Wriezener 35-Mark-Stück (Kurs zur DeMark 1:1).
Bis Aschermittwoch, so haben es die WCC-Aktiven ihrer närrischen Gemeinde Yersprochen, wollen sie "gnadenlos zuschlagen". Dem Stadtchef hat schon die kleine Kostprobe gereicht. "Noch nie habe ich so enganliegende Ohren gehabt", sagte er, nachdem er seinen Kopf vom Rennfahrer-Helm befreit hatte. Umso schöner war das "Befeuchten" (Dr. Franke: Abknutschen und Ablecken sagt man ja nicht) durch die Fünkchen ...

Es gibt Probleme im Saal. Die Bierzeltatmosphäre ist nicht jedermanns Sache. Über drei Stunden Programm plus Aftershowparty auf einer Bierzeltbank strapazieren den Rücken auch bei den Jüngeren gewaltig. Das trübt die Freude im Saal. Außerdem werden Gäste angezogen, auf die wir verzichten können, weil sie kein Interesse am Programm zeigen, pöbeln und beleidigen und aggressiv auftreten. Wir müssen uns den Sicherheitsfragen verstärkt stellen und es müssen Stühle her, auch wenn wenn wir dann weniger Gäste in den Saal bekommen.

Außerdem wollen wir den unterschiedlichen Ansprüchen der Besucher besser gerecht werden. Für den, der bereit ist, etwas mehr Geld für die Eintrittskarte zu berappen, das Programm eher in einer etwas gediegeneren und ruhigeren Atmospäre genießen möchte und wer lieber Sekt und Cocktails konsumiert als Schnaps und Bier, für den bieten wir eine neue Veranstaltungsform an – die Gala des WCC. Günter Kettner dazu in der MOZ vom 11. Januar: „...Im Klartext: Für die Abendveranstaltungen am 1. und 10. Februar ist Kostümierung erwünscht, während am 8. Februar als bunte Farbtupfer nette Maskeraden wohl gerne gesehen werden, aber in erster Linie Abendgarderobe gefragt ist … Als Dank bieten wir ein schmissiges Programm, auf das sich unsere Freunde schon heute freuen können.“ Das Programm kam an und es hatte sich herumgesprochen, dass sich ein Abstecher zum WCC lohnt. Wir durften u.a. den Landrat Gunter Fritsch und Bau- und Verkehrsminister Hartmut Meyer im Saal begrüßen.

Erfreulich ist auch die Entwicklung am Rosenmontag. Regional sind wir mit dieser Veranstaltung der Fels in der Brandung. Andere Klubs verzichten aus den verschiedensten Gründen zunehmend auf den Rosenmontag, sie kommen dann lieber mit einer Abordnung zu uns. Erstmalig gelang es nach der Wende Vertreter aller Karnevals-Klubs des Altkreises Bad Freienwalde zu vereinen. Udo Plate von der MOZ berichtete darüber:

Dr. Rolf Franke seineszeichens Präsident des Wriezener Carnevalsclubs und Meister des „kontrollierten Chaos", hatte es am Rosenmontag erstmalig geschafft - gleich sieben Karnevalsvereine aus der Region feierten gemeinsam unter einem Dach. Prompt gab er während seiner Eröffnungsrede die Eingemeindung der Kurstadt Bad Freienwalde bekarurt und hatte ob dieser Aussage viele, jedoch nicht alle Lacher auf seiner Seite und dies, obwohl in der närrisch en Zeit nicht alle Äußerungen auf die Goldwaage gelegt werden sollten.

Nichtsdestotrotz Iieß der WCC-Präsident nichts von seinem köstlichem trockenen Humor vermissen und drückte weiter aufs Spaßpedal und hatte innerhalb weniger Minuten den Funken der Begeisterung auf die proppevolle Stadthalle überspringen lassen. Lebensfreude pur machte sich breit, die Alltagssorgen hatten am Rosenmontag in Wriezen nicht den Hauch eine Chance, wobei auch die Gastvereine mit ihrem närrischen Programm für Glanzlichter sorgte. Ein Höhepunkt jagte den nächsten und innerhalb kürzester Zeit stand die Wriezener Stadthalle Kopf.

Das erste Zusammentreffen von gleich sieben Karnevals-Clubs dürfte als gelungene Rosenmontagsveranstaltung in die Geschichte des Märkisch-Oderländischen Narrentuns eingehen und schreit geradezu nach einer Fortsetzung in der nächsten Saison.

Die "Elefantenrunde" der Karnevalspräsidenten beim Rosenmontag des WCC wurde in den Folgejahren zu einer festen Tradition. Das wichtigste war, man redete nicht übereinander sondern miteinander und das war eine Win-win-Si­tu­a­ti­on für alle Teilnehmer der Runde.

 

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