Motto: ???

Kampagne 1999/00

2000
1998

Auf Ihr Narren, lacht und singt - wer weiß, was uns 2000 bringt!

In der Kampagnevorbereitung besucht Rolf Rinklin von der Märkischen Oderzeitung (MOZ) das Training der Garden und schreibt in der MOZ vom 20. November 1999 dies:

Wriezen. "9, 10, 11, 12 und hopp, hopp, hopp" - in der direkt neben der Wriezener Stadtverwaltung gelegenen Turnhalle geht es an jedem Freitagabend heiß her. Gudrun Stefan zeigt den jungen Damen die Schritte, die Gardemädchen machen sie begeistert mit. Alle Teilnehmerinnen sind vorbelastet, haben jahrelange Erfahrungen im karnevalistischen Tanz. Und alle haben ihre helle Freude daran. Wenn dann aus dem Radiorecorder flotte Musik erklingt, sind die Mädchen nicht mehr zu halten. "Anne nach hinten, in die Hände klatschen" - seit 15 Jahren gibt die Trainerin ihre "Befehle". Dabei dröhnt die Musik Richtung Rathaus. Ein Glück, dass zu diesen späten Stunden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung ihr mehr oder weniger verdientes Wochenende genießen. Dann nämlich, wenn in der Turmhalle Marschmusik auf volle Lautstärke geschaltet wird, kann es durchaus passieren, dass die Stühle im Rathaus wackeln.

Die Gardetänzerinnen und zu späterer Stunde das starke Geschlecht von der WCC-Sportgruppe, - "die schönsten, kräftigsten und gelenkigsten Männer von Wriezen" - bereiten sich auf die im November beginnende und in das Jahr 2000 führende Saison vor.

Die "Mannsbilder" und die - übrigens durchweg hübschen und charmanten - Vertreterinnen des weiblichen Geschlechtes haben eines gemeinsam: die Liebe zum karnevalistischen Frohsinn. Das macht es ihnen leicht, fröhliche und durchweg anspruchsvolle Tänze oder andere Darbietungen auf die Beine und die Bühne zu stellen. Dies wiederum bedeutet reichlich Arbeit für alle Beteiligten. Und ein hohes Maß an Einfühlsamkeit, Disziplin und vor allem rhythmischer Gymnastik. "Wenn ihr mit dem Körper runtergeht, solltet ihr auch daran denken, dass ihr wieder aufstehen müsst", ist dann schon einmal von Gudrun Stefan schmunzelnd zu hören, wenn die Tänzerinnen versuchen, ihre Kunst auf die Spitze zu treiben. "Füße nach links drehen, Hände in die Höhe", erklären sich die jungen Damen auch gegenseitig, lachen oder stapfen vor lauter Freude umher. Wenn alles bestens geklappt hat und dies auch im Gesicht von Gudrun Stefan abzulesen ist, werden die Tänzerinnen gerne mal übermütig. Erst kugelt sich die eine auf dem Boden, dann machen es ihr andere nach. Sie lachen und tanzen eben alle gerne für König Karneval, für ihren WCC und natürlich für ihre Heimatstadt Wriezen.

Das Training am Freitagabend machte deutlich, dass sich das närrische Volk schon jetzt auf die fastnachtlichen Schauen und die Bilder des Frohsinns im Winter freuen kann. Acht Gardistinnen der neuen Funkengarde waren es, die einen kleinen Teil der großen Show übten. Neben Jacqueline Rödel, Doreen Radecke, Vicky Lemke, Resi Luks, Mandy Müller, Kristin Hülse und Nicole Steinbring war auch Susann Fechner mit von der Partie. Sie hat vor 15 Jahren im WCC als Clown und mit dem Ententanz angefangen. Seit dieser Zeit ist Karneval für die hübsche Wriezenerin ein Stück ihres Lebens.    Rori

Unter Führung des neuen Präsidenten Jürgen Reichelt wird die neue Saison eröffnet. Die MOZ schrieb am 12. November 1999:

...Bürgermeister von Wriezen ist ein Traumberuf. Zumindest am Elften im Elften. Jedenfalls war Uwe Siebert schon reichlich abgeküsst, als er den Markt betrat. Auf der Bühne gab es auch noch jede Menge Bussis von den schönsten Mädchen der Stadt. Gut, dass der Playboy-Boss nicht dabei war. Der wäre vor Neid erblasst. Ansonsten war alles wie immer. Narren versammelten sich, die WCC Flagge wurde hochgehalten, adrett gekleidete Gardistinnen schwangen ihre Beine, die selbsternannten Vertreter von Freude und Frohsinn riefen die ersten Durchhalteparolen aus und der Oberfastnachter Jürgen Reichelt versprach eine zunftgerechte, humorgeladene Kampagne. Darauf folgte das Schlüsselerlebnis. Uwe Siebert schenkte den Narren allerdings sofort reinen Wein ein. In der Stadtkasse sei eh nichts zu holen. Worauf ihm die Narren einen Geldesel schenkten. Der auch nichts wert ist. "Und überhaupt", so Fritz Petersdorf, "können wir uns alles sparen. Selbst das Sparpaket." Das sei auch eine Luftnummer. Doch vielleicht macht der WCC doch noch das große Geld. Bis auf die heutige Abendvorstellung sind alle Sitzungen ausverkauft. Kommendes Jahr soll sogar die Stadthalle eine Lüftung erhalten. Das hat Bankchef Wolf-Jürgen Lengacker versprochen. Allen Ernstes übrigens...

 

Auf Wolke elf des Fastnachtshimmels stufte die MOZ (Rolf Rinklin) das aktuelle Programm des WCC in ihrer Ausgabe vom 15. November 1999 ein:

Auf Wolke elf des Fastnachtshimmels

Bei der Wriezener Faschingsgala brannte die Luft

Wriezen (roriMOZ)     Stadthalle, 19.31 Uhr: Einmarsch der Garden und des Elferrates des Wriezener Carnevals-Clubs (WCC). Danach kurze Begrüßung und Vorstellung. Zehn Minuten später fliegende Beine. Die Funkengarde präsentiert sich in augenfälliger Perfektion. Im Nu ist das Publikum von null auf hundert. Anfang eines unvergesslichen Abends. Wer auch immer auf der Bühne ein Stelldichein gibt, die "Luft brennt" oder die Narren bekommen kaum noch Luft vor Lachen. Und Jürgen Reichelt schwebt mit seinem Komitee auf Wolke elf des Fastnachtshimmels.

Die Sitzungen des WCC am Freitag und Sonnabend waren Karnevalsfeiern und Leistungsschauen zugleich. Viele Monate haben die Aktiven dafür geprobt. Präsentiert wurden Hochleistungen bei Gardetänzen, feinsinnige Anspielungen der Redner und musikalische Einlagen vom Feinsten. Diese "Reise durch das Jahrhundert" war dennoch nur eine Zwischenstation auf dem Weg ins kommende Jahrtausend, in dem sich die Narren bereits beim zweiten Teil dieser Kampagne befinden werden. Bleibt nur eine Frage offen: Wie lässt sich ein solches Programm noch überbieten? Ein Programm, in dem nur zwei, drei Nummern unter die Rubrik "nicht besonders gelungen" fielen?

Festzuhalten bleibt, dass die von Gudrun Stephan und Daniela Karpe einstudierten Tänze der drei Garden, die temperamentvollen Auftritte des von Regina Höhne geleiteten Damenballetts, der Tanzmariechen Nicole Kohllöffel und Christin Schmidt sowie des Tanzpaares Ronny Schur und Yvonne Reinke als Hochleistungen des Gardetanzsports bezeichnet werden können. Hoch anzurechnen ist dem WCC, dess er dafür kräftig investiert. Die Kostüme sind Träume in Seide, Tüll und Farbe. Denn gut ausgebildete Garden sind schließlich der Stolz der Oderbruchhauptstädter.

Außergewöhnlich aber auch die Jahrhundert-Hitparade, bei der Thomas Nestroy als Marlene Dietrich, das Männerballett mit Puhdy-Titeln sowie als Beatles und Comedian Harmonists, Dr. Lothar Wesolek und Christoph Hartwig als Herricht und Preil, das Orakel Conny Käpemick und Papparazzo Gabor Hanke die Glanzlichter setzten. Abgefeiert werden durfte bei den Gesangsnummern von Bianca Keil und Claudia Schröder und aus vollem Herzen gelacht bei "Piep" mit Carolin Gruber als Verona Feldbusch und "Stargast" Marilyn Monroe (Thomas Nestroy). Verona trat dabei sofort ins Fettnäpfchen. Sie dachte, in Seelow zu sein. "Wir sind nicht in Seelow. Dort sitzt die Kreisverwaltung. Die sind noch blöder als du!", kam prompt ein Zuruf aus dem Elferrat. So sind die Wriezener. Sich selbst haben sie nicht auf die Schippe genommen. Freienwalde ausnahmsweise auch nicht. Jetzt sind die Seelower dran.

Nach drei Stunden Vergnügen pur das phantastische Highlight: Alle Formationen entführten mit 48 Mitwirkenden auf und vor der Bühne mit einer choreografischen Spitzenleistung in die Welt des Musicals. Das fetzte, brachte Glanz in die Augen des Publikums und da kochte der Saal. Eine Abschlussgala, an der sich die Frohnaturen in der Stadthalle nicht satt sehen konnten. So schön kann Karneval sein.

Ja, Jürgen Reichelt, das war als Neupräsident ein toller Einstand. Besser kann es kaum laufen. Weiter so!

 

 

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