Motto: ???

Kampagne 1995/96

1996
1994

Wenn alles jubelt, singt und lacht, dann hat der WCC die Macht!

 Leider wurde gerade im Jubiläumsjahr wenig dokumentiert.

Es ging zurück in die Raiffeisenhalle, die eine verbesserte, immer noch provisorische Heizung erhalten hatte. Zumindest die Zuschauer im Saal konnten bei annehmbaren Temperaturen feiern. Wir mussten in Räumen, die uns in den umliegenden Gebäuden bereitgestellt wurden, auf unsere Auftritte vorbereiten. Die Kommunikation war schwierig, aber irgendwie hatten wir es geschafft, alle Formationen rechtzeitig auf die Bühne zu bringen.

Das Programm bestand zu großen Teilen aus Highlight der vergangenen Jahre. Es gab aber auch Neues zu sehen, denn wer will denn nur in Erinnerungen schwelgen. Wer dabei sein durfte, erlebte ein großes karnevalistisches Fest.

Hier ist noch der Text vom MOZ-Artikel vom 11. November 1995 (Bad Freienwalder Ausgabe) von Rolf Rinklin:

Offenherzige Schotten, berauschende Garden und ein furioses Finale:
Wriezens Narrenhimmel voll strahlender Sterne

lm zehnten Jahr wieder ein perfektes karnevalistisches Programm
Wriezen (rori) Der Mutmaßung, daß Dr. Rolf Franke pro Sitzung weitere zwei Kilo abnimmt, ist durchaus Glauben zu schenken. Engagiert und humorvoll steuert er auch im zehnten Jahr das Wriezener Narrenschiff durch das bisweilen überschäumende Frohsinnsgewoge. In dem über dreistündigen Programm dürften heute und auch am 18. November in der proppevollen Narhalla der sich in neuem Glanz präsentierenden Stadthalle alle auf ihre Kosten kommen. Optische und akustische Höhepunkte sind, das zeigte sich bereits bei der Rentnergala am vergangenen Sonntag, bestens abgestimmt und lassen nie Langeweile aufkommen.
Dem Narrensamen bleibt dabei die Ouvertüre zum rauschenden Karnevalsabend vorbehalten. Die Fünkchen schwingen sich mit einem flotten Marsch gleich auf einen Ehrenplatz in der Publikumsgunst.

Für den zweiten Knalleffekt sorgt Fitz Petersdorf. Wenn das "fossile Urgestein des WCC" in die Bütt steigt und vom Leder zieht, bleibt kein Auge trocken. Witzig pointiert richtet er mit Thomas Nestroy und Bruni Wenzel seine verbalen Schlaglichter auf das politische Geschehen. Daß Christo auch nach Wriezen kommen wollte, um mit einem Taschentuch die Stadthalle einzupacken - dieser Gag hat einen greifbaren Hintergrund. 350 Plätze faßt die neue WCC-Spielstätte doch das ist schon längst wieder zu wenig. Locker hätte der Verein ein paar hundert Karten mehr absetzen können - die Nachfrage ist größer denn je.

Doch darüber will sich Dr. Rolf Franke nicht mehr aufregen. Der Präsident: "Dann nehme ich noch mehr ab, und kein Mensch erkennt mich mehr in Wriezen."

Doch das närrische Spektakel ist keineswegs ein Franke-Petersdorf-Festival. Ein Jungbrunnen scheint der Karneval auch für Gerhard Wolff zu sein. Wriezens "Lupus" denkt laut über die Zukunft der Stadt nach. Daß auch noch das Gymnasium wegfällt, daran kann er sich nicht gewöhnen. Apropos Gymnasium. Dr. Rolf Franke kommt da der Gedanke, daß es eigentlich nach Seelow gehört. Der Redakteur des Lokalsenders Radio Freies Wriezen "Weil die noch blöder sind und erst auf den Wriezener Bildungsstand kommen sollen." Solche Spitzen sind starken Beifall, Tusch und Rakete wert.

Kenner der Wriezener Narrenszene schnalzen ganz besonders mit der Zunge, wenn sich die Garden präsentieren und damit die Frohsinns-Schallmauer durchbrechen. Dies sind auch in dieser Session wieder optische Delikatessen der Sonderklasse. Seien es die vom Techno-Fieber angesteckten Fünkchen-Schlümpfe oder das mit flotten Melodien in Hotpants und Tops im sexy Look auftretende Damenballett. Dazu die in nagelneuen glitzendern weiß-blauen Kostümen verpackte Funkengarde und die schmissig tanzenden Funken.

Gekrönt wird der Augenschmaus von den beiden Tanzmariechen Nicole Steinbring und Yvonne Reinke sowie dem Männerballett. Dieses zeigt sich trotz schottischer Kostümierung gar nicht sparsam. Was ein Schotte unter dem Kilt trägt - in Wriezen wird das Geheimnis offengelegt.

Nicht fehlen dürfen auch die Wriezener Feger ("Lieber ein A auf der Heckscheibe als ein B auf dem Nummernschild") und viele weitere vom Narrenfieber angesteckte Akteure.

Auch wenn beim Finale die schwäbische Weise "Muß i denn ..." er-
klingt und selige Faschingsstimmung aufkommt - von Geiz ist in diesem Programm nichts zu spüren. Humor und schöne Beine gibt´s im Überfluß. Die Sterne am Wriezener Narrenhimmel strahlen hell wie eh und je.

 

Im April 1996 nahmen wir sehr erfolgreich am 1. Gardetanzturnier des FC BKH Schwedt e. V. teil: Hier ein paar Auszüge aus einem Artikel in der MOZ vom 24. April 1996 (Bad Freienwalder Ausgabe):

Karnevalsverein Wriezen holte drei erste Plätze

... Zehn Karnevalsvereine beteiligten sich beim 1. Gardetanzturnier des FC BKH am vergangenen Sonntag in Schwedt. Mädchen und auch Jungen aus der Region ermittelten in verschiedenen Altersklassen ihre Besten. Der Wriezener Carnevalsclub (WCC) sahnte dabei kräftig ab. Für seine erfolgreiche Arbeit in diesem Bereich sprachen drei erste Plätze sowie ein dritter Rang...

... Die jüngsten Schwedter Gardemädchen eröffneten den Wettbewerb vor den sechs- bis elfjährigen Mädchen aus Wriezen. In ihren weißen Röcken und roten Jacken legten die Kleinen einen flotten Tanz auf das Parkett. Wenn auch nicht alle Schritte exakt klappten, so hinterließen die Wriezener Gardeküken doch einen recht guten Eindruck. Auf jeden Fall war der hoffnungsvolle WCC-Nachwuchs mit sehr viel Freude und einem für dieses Alter doch erstaunlichen Engagement bei der Sache. Für ihren Gardetanz wurden sie mit einem ersten Platz belohnt...

... Musikwechsel dann im Showtanzteil. Flotte Diskomusik und Jeansklamotten, bunte Sommerröcke, sportliche Kleidung, heiße Höschen und Tops bestimmten das Bild der Showtänze. Als die Filmmusik zu "Dirty Dancing" erklang und die Tänzer in ihrer festlichen Kleidung erschienen, ging ein Raunen durch die Massen, und die Zuschauer waren begeistert vom Tanz und der Musik, und der Beifall bekundete bereits den Anwärter auf Platz 1...

...In einer Superform präsentierten sich die Mitglieder des Wriezener WCC. In allen drei Disziplinen, Garde- und Showtanz sowie im Solo gab es erste Plätze. Mit den Showeinlagen "Dirty Dancing" und "Moskau" begeisterten die Mädchen und Jungen das Publikum.

Die Ergebnisse des Gardetanzturniers im Überblick:
Garde 6 bis 11 Jahre
1 . Wriezener carnevalsclub
2. FC BKH Schwedt
Garde 12 bis 15 Jahre
1. Wriezener Carnevalsclub
2. FC BKH Schwedt
3. Karnevalsclub Hohenselchow

Solo 12 bis 15 Jahre
1. Wriezener Carnevalsclub
2. FC BKH Schwedt
3. Prenzlauer Karnevalsclub
Garde ab 16 Jahre
1. Eberswalder Karnevalsclub
2. Prenzlauer Karnevalsclub
3. FC BKH Schwedt
4. Angermünder Karnevalsclub
5. Penkuner Karnevalsklub
Showtanz 12 bis 15 Jahre
1. Warnitzer Karnevalsclub
2. Prenzlauer Karnevalsclub
3. Karnevalsclub Hohenselchow
Showtanz ab 16 Jahre (Mix)
1. WriezenerCarnevalsclub
2. Angermünder Karnevalsclub
3. Angermünder Karnevalsclub
4. Wriezener Carnevalsclub
Showtanz ab 16 Jahre
1. Motor Eberswalde
2. FC BKH Schwedt
3. Wriezener Carnevalsclub

Ich weiß schon wie der WCC richtig geschrieben wird, aber wenn man richtig zitiert, muss man auch die Fehler mit zitieren.

Zum Saisonabschluss schenkte uns Rolf Rinklin diesen Artikel in der MOZ vom 21.02.1996 (Bad Freienwalder Ausgabe):

Närrische Saisonabschluß-Gala des Wriezener Carneval Clubs
lm Himmel des Frohsinns Freude und Humor satt
Vier-stunden-Revue - ausschließlich von Eigengewächsen serviert

Wriezen (rori) Glücklicher Wriezener Cameval Club: Wer mit Fritz Petersdorf und Bruni Wenzel über zwei Büttenasse verfügt, wer bei Marsch- und Showtänzen dutzendfach hervorragend ausgebildete Eigengewächse präsentieren kann, wer mit Thomas
Nesroy ein universal einsetzbares Fastnachts-Multitalent hat, und wer darüber hinaus Jahr für Jahr Publikumsmagnete wie Werner Lücke in das Rampenlicht des Faschings zaubert, der braucht sich auch für die Zukunft keine Sorgen zu machen.

Zum Abschluß der 10. Saison zeigte der WCC am Abend des Rosenmontags einmal mehr eine vierstündige bunte Faschingsrevue, in der optische Leckerbissen, tänzerische (fast schon profihafte) Spitzenleistungen und Lachblüten in der Bütt das mindestens genauso närrische Publikum in den Himmel des Frohsinns, der Freude und des Humors versetzten.

Apropos närrisches Publikum: Erstmals in der Nachwendezeit ist es dem WCC gelungen, Abordnungen aller Kamevalsgesellschaften in der Wriezener Stadthalle zu begrüßen. Total aus dem Häuschen dabei die Spitzen des Neulewiner Carneval-Clubs. Ein närrisches Völkchen, das einen guten Teil dazu beitrug, die Stimmung immer wieder kräftig anzuheizen und oft sogar überschwappen zu lassen.

Glücklich darf sich gleichfalls das Oberhaupt der Stadt schätzen. Wenngleich das Programm im Übermaße Lokalkolorit hatte, so gab es nicht eine Spitze, bei der Uwe Siebert zur
Zielscheibe wurde. WCC-Präsident Dr. Rolf Franke hat so vielleicht den Nagel auf den Kopf getroffen, als er bei der Rückgabe des Stadtschlüssels ohne jeglichen bissigen Hintergedanken sagte, daß es gar nicht so einfach sei, eine Stadt zu regieren.

Politik und Karneval sind zwei Paar Stiefel. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Beide werden an sichtbaren Erfolgen gemessen. Narren haben dabei ein unschätzbares Plus: sie können ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Und an Phantasie fehlt es dem WCC keineswegs.

Alles in allem war diese Rosenmontagsfete der niveauvolle Abschluß einer gelungenen Saison.
Mehr als 1700 Besucher haben im zehnten Jahr des WCC das Programm von Dr. Rolf Franke & Co. in der Wriezener Narrhalla gesehen.

Jetzt haben die scheinbar unermüdlichen aktiven Fans der sogenannten fünften Jahreszeit eine kurze Verschnaufpause verdient. Kurz deshalb, weil es bald schon gilt, sich für das elfjährige Jubiläum vorzubereiten. So steht am heutigen Aschermittwoch eigentlich nur die Frage: Ist es überhaupt möglich, in der Jubelkampagne ein noch besseres Programm wie das
jetzt gezeigtq zu präsentieren?

 

Das ewige Problem des Kartenverkaufs stellte uns auch in diesem Jahr wieder auf eine harte Probe. Die Nachfrage überstieg das Kartenkontingent bei weitem, was nicht in jedem Jahr so ist. Ein enttäuschter Fan des Wriezener Karnevals, ließ seiner Verärgerung darüber, dass er im öffentlichen Vorverkauf keine Karte ergattern konnte, freien Lauf:

Mit harter Währung oder Beziehungen?

Wie viele Wriezener bin ich ein begeisterter Anhänger des Wriezener Carnevals-Clubs. Der Grund liegt auf der Hand, denn wo soviel Spaß und gute Laune verbreitet werden, möchte man dabeisein.

Das Problem waren bislang die häufig wenig geeigneten Räumlichkeiten. Um so mehr freut es mich, daß das beharrliche Bohren von Dr. R. Franke Früchte trägt und erstmals die neue Wriezener Stadthalle zur Verfügung steht. Wie viele Wriezener habe auch ich entsprechend einer Ankündigung in der Märkischen Oderzeitung am 2. November den Weg zum Geschenkestübchen Deuil gemacht, um dort Karten für die Karnevalseröffnungsveranstaltung am 11. November zu erwerben. Leider machte man mir die traurige Mitteilung, daß man den Kartenverkauf abgelehnt hat, weil die Veranstaltung am 11. November schon vor dem offiziellen Verkaufstermin ausverkauft war. Wie das? frage ich mich. Gibt es Leute, die mit anderem Geld bezahlen, oder ist wieder einmal die harte Währung der „Beziehungen" das Maß der Dinge? Ich für meinen Teil bin wie viele andere erst einmal sauer.

Wenn das die Verkaufspolitik für gefragte Veranstaltungen in der Stadthalle sein soll, dann hätte ich einen passenden Namen. Wie wäre es denn mit

"Unter der Hand"-Halle?

Das Problem des Kartenverkaufs lässt sich einfach nicht allumfassend lösen. Gehen alle oder viele Karten in den Vorverkauf, sind die Klub-Mitglieder, die keine oder nur wenige Karten erwerben können, sauer. Bleiben nur wenige Karten für den öffentlichen Verkauf übrig, sind die Verkäufer und geprellte Fans ohne direkte Beziehungen zum Klub sauer. Wer sauer ist, will den "hochnäsigen und selbstgefälligen" Klub bestrafen und setzt ein Jahr aus oder kommt gar nicht mehr. Die Kartennachfrage sinkt. Ist die Nachfrage gering, was zum Glück selten passiert, sind wir sauer, denn das Spektakel verursacht eine Menge Kosten, die auch über die Kartenverkäufe gedeckt werden müssen. Es bleibt die Erkenntnis: Wie wir den Kartenverkauf auch immer organisieren, wir werden NIE alle beteiligten Seiten zufriedenstellen können. Damit müssen wir leben. Das müssen wir aushalten. Aber es nervt JEDES JAHR aufs Neue.

 

Faksimile der WCC-Zeitung zum 10. Jubiläum (7 MB)

 

 

 

Der Elferrat

Dr. Rolf Franke Präsident des WCC
Fritz Petersdorf Vizepeäsident des WCC
Günter Kettner Außenminister des WCC
Fritz Saslona Minister für Transport und Verscjiebung
Reinhard Klatte Innenminister des WCC
Burghardt Falkenhagen Minister für Sex und andere techn. Wissenschaften
Jürgen Reichelt Minister für Ökölogie und Umweltschmutz
Günter Lippert Justizminister
Burkhard Möbis Minister für Öffentlichkeitsarbeot
Peter Höhne Minister für Ver-, Be- und Entsorgung
Hartmut Stolz Minister für Gesundheit und Verhütung
Hartmut Grüdel Minister für besondere Fälle

 

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